Parkleitsystem endlich priorisieren – FDP kündigt Antrag an

Angesichts der bevorstehenden Baustellensaison fordert die FDP-Ratsfraktion, die Modernisierung des Parkleitsystems zur Priorität zu machen. Die jüngste Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Liberalen zeige, dass seit 2023 kaum strukturelle Fortschritte erzielt wurden. Während Wartungsarbeiten und Software-Updates durchgeführt wurden, ist eine echte Weiterentwicklung des Systems nicht erkennbar. Eine öffentliche Webanwendung wird unverbindlich für den Sommer 2026 in Aussicht gestellt, zusätzliche LED-Anzeigen an Einfallstraßen frühestens ab 2027.

Für die FDP kommt dieses Zögern zur Unzeit. Bereits in der Ratssitzung am 12. Februar wurden weitere Bauprojekte angekündigt. Mit Beginn der Straßenbausaison im März ist mit zusätzlichen Einschränkungen im Stadtgebiet zu rechnen. „Die Sanierung unserer Straßen ist dringend notwendig. Teilweise ist in den vergangenen 30 Jahren viel zu wenig investiert worden“, erklärt Cornelius Grimm, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion. „Gerade deshalb brauchen wir jetzt eine intelligente Verkehrslenkung. Wenn Straßen saniert werden – was richtig und überfällig ist –, muss der Verkehr besser gesteuert werden.“

Die Liberalen sehen in der aktuellen Situation eine wachsende Belastung für Innenstadt, Anwohner und Handel. „Baustellen, veränderte Verkehrsführungen und eine ohnehin angespannte Parksituation führen zu zusätzlichem Suchverkehr. Das belastet nicht nur die Nerven der Autofahrer, sondern auch die Umwelt und die Aufenthaltsqualität“, so Grimm.

Im Nachhaltigen Urbanen Mobilitätsplan (NUMP) sind unter den Maßnahmen K3 und M5 ausdrücklich die Digitalisierung des Parkraummanagements und ein intelligentes Verkehrsmanagement vorgesehen. Der NUMP wurde vom Rat jedoch nicht beschlossen, sondern lediglich zur Kenntnis genommen. Die Prioritätensetzung liegt damit ausdrücklich beim Rat selbst. „Und genau hier müssen wir jetzt Verantwortung übernehmen“, betont Grimm.

Frank Soldan, Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion, verweist auf die Rolle Lüneburgs als Oberzentrum für die gesamte Region Nordostniedersachsen. „Wir tragen Verantwortung weit über die Stadtgrenzen hinaus. Menschen aus dem Landkreis kommen täglich nach Lüneburg – zum Arbeiten, Einkaufen oder für kulturelle Angebote. Diese Erreichbarkeit darf nicht dem Zufall überlassen werden.

Ein modernes Parkleitsystem sei kein Rückschritt in der Verkehrswende, sondern ein Instrument moderner Steuerung. Es reduziere Parksuchverkehr, senke Emissionen und entlaste die Innenstadt unmittelbar. „Wenn wir Verkehr verlagern oder Flächen umgestalten, müssen wir gleichzeitig dafür sorgen, dass der verbleibende Verkehr intelligent organisiert wird“, so Soldan.

Die FDP kündigt daher an, einen Antrag in den Rat einzubringen, um die Modernisierung des Parkleitsystems zeitlich vorzuziehen und die digitale Verkehrslenkung verbindlich zu priorisieren. Ziel sei es, noch vor der nächsten Hochbelastungsphase spürbare Verbesserungen zu erreichen.

„Straßensanierung ist richtig und notwendig“, so Grimm abschließend. „Aber wer baut, muss auch steuern. Und genau hier liegt unsere Verantwortung.“