Transformation darf kein politisches Schlagwort bleiben – sie muss im Betrieb ankommen
Der Wandel in der Wirtschaft ist längst Realität: Steigende Energiepreise, der Mangel an Fachkräften, der digitale Umbruch in Verwaltung und Betrieb – das alles beschäftigt kleine und mittlere Unternehmen tagtäglich. Die FDP-Fraktion begrüßt deshalb die Diskussion rund um den SPD-Antrag zur Koordination des wirtschaftlichen
Transformationsprozesses (VO/11660/24). Doch nach der Vorstellung des Konzepts durch WLG-Geschäftsführer Thomas Leupold am 10. Juni 2025 im Wirtschaftsausschuss ist für die FDP klar: Was jetzt gebraucht wird, ist keine weitere Strategie – sondern echte Hilfe.
„Als Unternehmer weiß ich, was Transformation wirklich bedeutet. Das ist nicht nur ein neues Buzzword – es ist tägliche Herausforderung“, erklärt Cornelius Grimm, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP und Beisitzer im Vorstand des Liberalen Mittelstands Niedersachsen.
„Und diese Herausforderung bewältigt man nicht mit einem weiteren Konzeptpapier, sondern mit klaren Entscheidungen, zielgerichteter Unterstützung – und einer Verwaltung, die mitzieht statt aufhält.“
WLG leistet gute Arbeit – wir sollten sie stärken, nicht überfrachten
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Lüneburg (WLG) ist für viele Betriebe in der Region eine echte Partnerin. Beratungsprogramme wie „Innovation+“ oder die Begleitung beim Digitalbonus Niedersachsen sind für kleine Betriebe oftmals der Schlüssel zur Weiterentwicklung.
„Ich habe selbst mit meinem Unternehmen ein solches Projekt durchlaufen. Die WLG hat uns strukturiert beraten, unsere Prozesse aufgenommen und uns damit geholfen, die richtige Softwarelösung für unseren Betrieb zu finden. Das war nicht abstrakt – das war konkret, hilfreich und professionell. Dafür bin ich dankbar“, so Grimm, Geschäftsführer eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs in Lüneburg.
Diese Arbeit brauche mehr Anerkennung und Ressourcen – aber keine Verdopplung durch neue Prozesse, Gremien oder Koordinierungsformate.
SPD-Antrag bleibt zu vage – 100.000 Euro reichen nicht für echte Veränderung
Im SPD-Antrag ist von 100.000 Euro die Rede, die zur Begleitung des Transformationsprozesses dienen sollen. Doch diese Summe ist – auf über 1.000 Betriebe in der Region verteilt – kaum mehr als ein symbolischer Impuls. Und auch die Verwaltung weist selbst darauf hin, dass die WLG bereits tätig ist – und dass vor weiteren Maßnahmen geprüft werden muss, ob es überhaupt zusätzliche Strukturen braucht.
„Wenn man damit eigentlich eine neue Stelle schaffen will, soll man das offen sagen. Aber bitte nicht so tun, als würde mit dieser Summe ein wirklicher Transformationsprozess ausgelöst. Die Unternehmen brauchen keine Appelle – sie brauchen Handlungsspielräume und Unterstützung bei der Umsetzung“, so Grimm.
FDP macht konkrete Vorschläge – und denkt vom Betrieb aus
Die FDP-Fraktion schlägt vor:
- Die 100.000 Euro zweckgebunden freizugeben, aber nicht für Konzepte – sondern für konkrete Umsetzungsprojekte in kleinen und mittleren Betrieben (z. B. Digitalisierung, Prozessoptimierung, IT-Sicherheit).
- Die WLG gezielt zu stärken, z. B. durch eine neue Projektstelle für Umsetzung, nicht Strategie – und nur, wenn der Bedarf klar belegt ist.
- Verwaltungsprozesse zu digitalisieren und zu beschleunigen, denn Genehmigungen, Anträge und Förderverfahren sind für viele Unternehmer das größte Hindernis.
- Einen praxisorientierten Mittelstandsbeirat mit regionalen Unternehmern einzurichten, der regelmäßig Rückmeldungen aus der Wirtschaft gibt – nicht aus der Politik oder Verwaltung, sondern direkt aus der Anwendung.
„Transformation gelingt nicht durch mehr Koordination, sondern durch bessere Bedingungen“, so Grimm.
„Jeder Betrieb in Lüneburg, ob Handwerk, Einzelhandel oder Dienstleistung, kämpft mit eigenen Fragen: Wie finde ich Personal? Wie digitalisiere ich meine Prozesse? Wie bleibe ich wettbewerbsfähig? Und bei all diesen Fragen brauchen Unternehmen keine neuen Berichte, sondern eine Politik, die möglich macht – nicht verhindert.“
Die FDP Lüneburg fordert: Jetzt vom Reden ins Machen kommen – ehrlich, konkret und mit Blick auf die, die unsere Wirtschaft tragen.